Der Erste Weltkrieg (1914 – 1918) brachte Tod, Verwüstung und Leid über Europa. In jener Zeit wurde auch DADA geboren. Eine Kunstrichtung, die sich mit eigenwilligen Mitteln gegen den Krieg stellte.

DADAisten stellten sich explizit gegen die Kriegstreiberei, die leider auch vor der Kunstszene nicht halt machte. Deutlichen Zuspruch fand die damalige Kriegsrhetorik bei den Futuristen. Das DADA bildete hierzu einen Kontrast. Sie waren eine Gruppe von Künstlern die sich anfangs in der Schweiz formierte. Dort trafen sie sich im  „Cabaret Voltaire“  – in Zürich – um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen. Die Räumlichkeiten wurden als Galerie, Theater und Kneipe genutzt. Die Bewegung verbreitete sich rasch in ganz Europa. Die Künstler und Poeten wollten sinnlose Dinge schaffen und haben dabei etwas entwickelt, dass heute noch nachwirkt.

"DADA bedeutet nichts. Wir wollen die Welt mit nichts ändern..." 
Richard Huelsenbeck

Aus der Sicht eines Kommunikationsgrafikers kann man deren Werke eher nicht als zielführend bezeichnen. Die Anmutung ihrer typografischen Gestaltung kann man dem Zufallsprinzip zuordnen und das ist durchaus gewollt. Die Poesie die, die DADAisten rund um Emmy Hennings, Richard Huelsenbeck, Tristan Tzara, Hugo Ball, Marcel Janco und Kurt Schwitters – um nur einige zu nennen – entwickeln, lässt tiefe Einblicke in das Seelenleben zu. Manchmal jedoch wirken die Gedichte verstörend oder einfach nur DADA. Die ganze DADAkunst ist wie eine Collage, sei es akustisch als auch visuell.

Hier ein Gedicht von Emmy Hennings (*1885 – 1948):


Die Tänzerin

Dir ist als ob ich schon gezeichnet wäre
Und auf der Totenliste stünde.
Es hält mich ab von mancher Sünde.
Wie langsam ich am Leben zehre.
Und ängstlich sind oft meine Schritte,
Mein Herz hat einen kranken Schlag
Und schwächer wird’s mit jedem Tag.
Ein Todesengel steht in meines Zimmers Mitte.
Doch tanz ich bis zur Atemnot.
Bald werde ich im Grabe liegen
Und niemand wird sich an mich schmiegen.
Ach, küssen will ich bis zum Tod.

Emmy Hennings


DaDa_exhibit, Dada Austellung, solan neri, Entree libre
Plakat für eine Ausstellung.
Weswegen brauchen wir DADA?!

Wieso sollte man sich dem DADA nach 100 Jahren noch zuwenden? Warum tut uns DADA als Grafikern und Gestaltern gut? Wo doch genau das DADA die gestalterischen und handwerklichen Gesetze unseres Berufs ausser Acht lassen!

Ich denke genau deswegen!

Dada ist ein Aufschrei! Als sich viele für den Krieg entschieden und ihn als Säuberung und Purifikation Europas sahen, stellten sie sich mit sinnlosen Gedichten, Theaterstücken, Drucksachen und Kunstwerken dagegen. Sie fanden gerade deshalb gesellschaftliche Beachtung und zogen den Spot der herrschenden Eliten auf sich. Somit ging ihre Kommunikationsstrategie im eigentlichen Sinne auf.

Heute, 100 Jahre später, erleben wir kreigstreiberische Tendenzen auf vielen Ebenen. Das DADA erinnert uns daran einen radikalen, antiautoritären Blick auf gesellschaftliche und soziale Fragen zu richten.

Zum Abschluss noch ein DADAGedicht von Hugo Ball:

Hugo_ball_karawane
Gedicht von Hugo Ball „Karawane“
Interessante Links:

Ein kurzer Text der den Zusammenhang von Futurismus und Krieg erklärt: Futurismus – Die Stunde der Angriffslustigen

Aus der selben Textreihe: DADA zerschmettert das Alte

DADA Buchempfehlungen (link zu Amazon.de)

DADA: Eine Jahrhundertgeschichte
Dada-Almanach: Vom Aberwitz ästhetischer Contradiction – Textbilder, Lautgedichte, Manifeste
Dada zum Vergnügen (Reclams Universal-Bibliothek)

 

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